Über mich


Trauerrednerin & Trauerbegleitung von Annett Ruland

Wir dürfen uns aussuchen, wer uns begleitet und einen Einblick in unser Familien- und Seelenleben bekommt.

Ich bin Annett Ruland, 1979 in Berlin geboren. Heute lebe ich mit meiner Familie in Potsdam und bin dem Leben, mit all seinen Farben zugewandt und bereit ins Unbekannte zu tauchen. Ich liebe das Leben und beschäftige mich mit dem Sterben. Anfangs hatte ich auch fürchterliche Angst, heute vertraue ich schon deutlich mehr und bereite mich vor.

Meine Eltern hatten in Berlin Ost eine Friedhofsgärtnerei und ich war dadurch oft mit dem Abschied konfrontiert. Seit meinem 12. Lebensjahr verbrachte ich reichlich Zeit auf dem Friedhof, unterstützte meine Eltern bei der Grabpflege und den Bestattungen. Vielleicht fing es damals an, dass ich den Tod als natürlichen Teil des Lebens betrachtete, während ich die Stimmungen der Zurückgebliebenen durch die unterschiedlichen Familienschicksale wahrnahm und beobachtete. Aus den Gesprächen mit den Angehörigen, Zurückbleibenden, heimlichen Begleitern und Freunden konnte ich einmal mehr diese unglaubliche Vielfalt unseres Lebens verstehen.

Meine Leben hat mir Aufgaben mitgegeben.

Eigentlich wie bei jedem, oder? Über mehrere Generationen hinweg lebt meine Familie mit der neurologischen Erkrankung Chorea Huntington. Diese Erkrankung fordert uns heraus (ähnlicher Verlauf bei Alzheimer, Parkinson, MS, Demenz und schwere Erkrankungen wie Krebs). Die Krankheit ist dominant rezessiv vererbbar. Das bedeutete für mich, von klein an mit der Frage aufzuwachsen, ob ich früh meine Gesundheit aufgeben muss und zu einem Pflegefall werde. Die Chance stand 50/50. Dieses Damoklesschwert hing 35 Jahre über mir, während mein Großvater, mein Vater und Onkel mit der Krankheit zu kämpfen hatten und haben. Als ich meinen Vater auf der Trauerfeier verabschiedete, konnte ich nicht weinen. Ich war von mir erschrocken. Und dann erfuhr ich Tage später, wie ein unendlicher Druck abfiel und ich loslassen konnte. Diese vielen Jahre Anspannung, Fürsorge, Einschränkung, Verzicht, Angst und Unsicherheit waren nun vorbei. Eine Phase der Erinnerungen, der Sehnsucht, der Findung und Bewusstmachung begann. Und irgendwie spürte ich, dass ich meinen Vater, so wie ich ihn kennengelernt habe, schon zehn Jahre vor seinem Tod verabschiedet habe. Ab da begann sein Weg durch Schicksal und Abschied von dieser Welt.

Wir konnten unsere Abschiede in Etappen nehmen. Ich weiß nicht, was einfacher zu bewältigen ist, in kleinen Etappen oder unvermittelt ohne Vorwarnung. Beides endet im ersten Moment mit einem Schock und Fassungslosigkeit.

Obwohl ich viele Jahre damit zubrachte, mich auf meinen eigenen Krankheitsweg und ein frühzeitiges Sterben vorzubereiten, hat das Leben sich für mich entschieden und einen gesunden Weg eingeplant. Ich kann nur sagen “Danke” .


Meine Beziehung zum Tod

Meine Beziehung zum Tod ist deutlichvertrauter, das Sterben gehört dazu. Es ist für mich kein Tabu mehr, keine Zeitverschwendung und vor allem habe ich keine Scheu offen darüber zu sprechen. Ich wünsche mir von Herzen, dass sich Räume und Möglichkeiten öffnen und ein sich ein Verständnis verbreitet, dass wir uns ordentlich voneinander verabschieden können. Wir brauchen nicht nur eine Willkommenskultur, sondern auch eine würdevolle Abschiedskultur. Dann verstehen wir auch wieder, was es heißt in Balance und in unserer Ursprünglichkeit zu leben.


Mein Tätigkeitsfeld

Gestern und heute - ich habe einen klassischen Cut gemacht

  • Kommunikations- und Marketingwirt (Hamburg), folgend in Werbe- und Marketingagenturen tätig
  • Moderations- und Schauspielunterricht (bundesweit), folgend 15 Jahre im TV (D und CH) und Event tätig
  • Weiterbildung “Schulfach Glück” (Heidelberg, Fritz Schubert Institut), folgend Kinder- und Jugendtraining
  • Ausbildung zur Sterbeamme (Hamburg)
  • nebenbei stets Mitarbeit im elterlichen Betrieb und Trauerreden

Das Geschäft meiner Eltern wollte ich damals nicht weiterführen und bin stattdessen in die Medien als Moderatorin und Schauspielerin gegangen. Neben meiner beruflichen Tätigkeit habe ich mich stetig mit dem Leben, der Vergänglichkeit, der Seele und meiner Menschenbildung beschäftigt. Ich bin durch die Welt gereist und habe andere Kulturen beobachtet, woran sie glauben, wie sie mit unserem Ende umgehen und neues Leben empfangen. Nach fast zwanzig Jahren bin ich nun zurück zum “Abschied” gekommen und bereit, meinen Mitmenschen in den herausfordernden Zeiten zur Seite zu stehen. Ich arbeite für und mit Bestattern zusammen, die persönliche liebevolle Abschiede gestalten. Darüber hinaus bin ich im Netzwerk der Sterbeammen und Sterbegefährten, in dem bundesweit bis über den Tod hinaus begleitet und unterstützt wird.

 

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen.

 

Ihre Annett Ruland